Diese Steuerbegriffe sollten Sie kennen

Thorben Wengert / pixelio.de

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Wenn es um Steuern geht, kann man schnell den Überblick verlieren. Spätestens bei der Steuererklärung sind Begriffe und Abkürzungen nicht immer geläufig. Im Folgenden sollen deshalb die wichtigsten Steuerbegriffe erläutert werden.

Begriffe zur Steuererhebung

  • Steuer-Identifikationsnummer: Die Identifikationsnummer wurde im Jahr 2007 eingeführt und dient der eindeutigen Zuordnung eines Steuerzahlers. Zukünftig soll sie die Steuernummer ersetzen und bei allen Steuerangelegenheiten eine Geltung haben. Da sich die Identifikationsnummer nach erstmaliger Ausstellung nicht mehr ändert, wird sie bereits Neugeborenen nach der Geburt vergeben. Im Gegensatz dazu änderte sich die Steuernummer mit jedem Umzug.
  • Steuerklasse: Im deutschen Steuerrecht gibt es sechs Steuerklassen. Abhängig von der familiären Situation, werden Steuerzahler der einzelnen Klassen unterschiedlich stark belastet.
  • ELSTER: Der Begriff ELSTER steht für ‚elektronische Steuererklärung‘ und bezeichnet ein Verfahren, mit dem Steuerzahler eine Steuererklärung elektronisch an das Finanzamt senden können.
  • Werbungskosten: Die Anrechnung von Werbungskosten kann zu einer Rückzahlung der geleisteten Steuer führen. Im Steuerrecht sind Werbungskosten solche Ausgaben, die Einnahmen überhaupt erst ermöglichen. Zu den wichtigsten Werbungskosten gehören Fahrtkosten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Hinzu kommen berufsbezogene Reisekosten, Fortbildungskosten und Ausgaben bei einer doppelten Haushaltsführung.
  • Außergewöhnliche Belastungen: Auf Antrag wird die Einkommenssteuer verringert, wenn dem Steuerzahler Aufwendungen entstehen, die andere Steuerzahler bei gleichen Verhältnissen nicht tragen müssen. Dazu zählen beispielsweise Krankheitskosten, Pflegekosten oder Beerdigungskosten.
  • Sonderausgaben: Aufwendungen, die den Werbungskosten und den außergewöhnlichen Belastungen nicht zugeordnet werden können, zählen zu den Sonderausgaben. Dazu gehören etwa Versicherungen, Kirchensteuer und Spenden.
  • Pauschbeträge: Bei einem Pauschbetrag handelt es sich um einen Mindestbetrag, der ohne die Einreichung von Belegen angerechnet wird. Damit soll der Verwaltungsaufwand vermindert werden, der mit einer aufwendigen Belegprüfung einhergeht.
  • Verlustvortrag: In bestimmten Fällen kann an das Finanzamt ein Verlustvortrag abgegeben werden, wenn die Ausgaben höher liegen, als die Einnahmen. Dies ist etwa bei einem Zweitstudium möglich. Das Finanzamt merkt sich die entstandenen Verluste und wird sie mit einer zukünftigen Steuerzahlung verrechnen.

 

Steuerbegriffe der Finanzwissenschaft

  • Ertragshoheit: Die Ertragshoheit, auch bekannt als Aufkommenshoheit, regelt Ansprüche am Steueraufkommen. Konkret fließt das Aufkommen einer Steuer an die Körperschaft, der die Ertragshoheit zusteht. Etwa bei der Bundessteuer liegt die Ertragshoheit beim Bund, bei der Landessteuer liegt sie bei den Bundesländern und bei der Gemeindesteuer liegt sie bei den Gemeinden. (weitere Informationen zur Ertragshoheit)
  • Direkte Steuer: Zu den direkten Steuern zählen alle Abgaben, die der Steuerzahler unmittelbar leisten muss. Wichtige Beispiele sind die Einkommensteuer, Lohnsteuer, Kapitalertragsteuer und Körperschaftsteuer.
  • Indirekte Steuer: Im Gegensatz zur direkten Steuer wird die indirekte Steuer über den Preis einer Ware oder Dienstleistung erhoben. Beispiele sind die Umsatzsteuer, Stromsteuer, Tabaksteuer und Energiesteuer.
  • BEZ: Die Bundesergänzungszuweisungen (BEZ) sind Gelder, die vom Bund an einzelne Länder verteilt werden, wenn die Finanzkraft des Landes unter 99,5 Prozent des Länderdurchschnitts liegt.
  • SoBEZ: Bei den Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen (SoBEZ) handelt es sich um Zahlungen des Bundes an ostdeutsche Länder und an Berlin nach Solidarpakt II. Ziel der SoBEZ ist die Deckung teilungsbedingter Lasten.

 

Die ist natürlich nur ein kleiner Blick in die Welt der Steuern. Sollten Sie in Steuerangelegenheiten Hilfe benötigen, empfiehlt es sich, einen Steuerberater hinzuziehen. Die hierfür entstehenden Kosten können in der Regel durch dessen Tricks und somit Ihr Einsparpotenzial beim Zahlen von Steuern wieder ausgeglichen werden.

 

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