Girokonto – Bargeldservice bei Direktbanken

Haus aus Geld

Haus aus Geld

Die Deutschen sind Technologiemuffel. Da mag es noch so viele Studien zur Digitalisierung und zur Effizienz von neuen digitalen Geschäftsmodellen geben, die Deutschen bleiben dem „Bewährten“ treu. Nirgends sonst wird das so deutlich wie im Bankenbereich. Onlinebanking ist dank der extremen negativen Berichterstattung zu Beginn des Internets unter älteren Semestern, aber auch immer noch bei vielen jungen Leuten, nicht angekommen.

Gründe gegen Direktbanken

In Umfragen tauchen seit Jahren immer die selben Gründe auf, was angeblich gegen Direktbanken spricht. Fast immer Platz 1:

Bargeldservice

Exkurs: Deutschland ist Bargeldland. In kaum einem anderen Land kann es einem passieren, dass man abends schick Essen geht und eine Rechnung im ordentlich dreistelligen Bereich serviert bekommt, mit dem Hinweis „bei uns ist nur Barzahlung möglich“. Dies betrifft aber nicht nur Restaurants, nahezu alle Bäckereien in Deutschland nehmen nur Bargeld oder „Kartenzahlung erst ab 10€“. In Ländern wie Norwegen oder Großbritannien undenkbar, ein solches Geschäft würde innerhalb weniger Monate pleite gehen oder schnellstens auf Kartenzahlung umstellen. Denn in diesen Ländern wird selbst ein einzelnes Päckchen Kaugummi gerne mit Kreditkarte bezahlt.

Aber was ist dran an dem Argument, dass Direktbanken keinen vernünftigen Bargeldservice bieten und was bieten die Filialbanken?

Bei den Filialbanken betrachten wir die Volksbanken und Sparkassen:

Beide preisen als Vorteil an, dass sie selbst im kleinsten Dorf in Deutschland eine Filiale oder zumindest einen Geldautomaten haben und dass man bei allen zugehörigen Partnerinstituten kostenlos Bargeld abheben kann. Wobei natürlich gilt, dass man als Volksbankkunde nur bei Volksbanken und als Sparkassenkunde nur bei Sparkassen kostenlos Geld bekommt.

Sobald man Deutschland verlässt, ist es allerdings vorbei mit der einheitlichen Regelung. Hier kann jedes Institut nahezu beliebig festlegen, ob es Gebühren beim Abheben erhebt oder nicht. Dies kann von 5€ pauschal bis zu prozentualen Berechnungen je nach Betrag und Währung differieren.

Im Gegensatz dazu betrachten wir ein paar Direktbanken:

ING-DiBa

Die größte Deutsche Direktbank ist die ING-DiBa mit über acht Millionen Kunden. Jeder Online Girokonto Besitzer erhält eine maestro Giro-Karte, früher EC-Karte genannt, und eine VISA-Kreditkarte.

Mit der VISA kann in Deutschland und in ganz Europa an allen Automaten mit VISA Zeichen kostenlos Bargeld abgehoben werden.

Mit der maestro kann an 1200 ING-DiBA Geldautomaten sowie im Einzelhandel bei zum Beispiel ALDI SÜD, REWE, PENNY,… kostenlos Bargeld, ab einem Einkaufswert von 20€, abgehoben werden.

comdirect

Auf dem zweiten Platz in Deutschland liegt die comdirect, ehemals eine Tochter der Commerzbank, mit etwa 2,8 Millionen Kunden.

Mit der V-Pay Giro-Karte der comdirect kann an 9000 Geldautomaten der cashgroup Geld abgehoben werden. Dazu gehören Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank und weitere. Außerdem gibt es einen Bargeldservice im Einzelhandel wie bei der ING-DiBa und zusätzlich eine Kooperation mit Shell-Tankstellen. In europäischen Ländern mit dem Euro als Währung kann an jedem Geldautomat kostenlos Bargeld abgehoben werden.

Mit der optionalen, aber ebenfalls kostenlosen, VISA-Kreditkarte bekommt man in allen Ländern, die nicht den Euro als Landeswährung haben, kostenlos Geld an Automaten mit VISA-Zeichen.

DKB (Deutsche Kreditbank)

Die DKB ist die Nummer drei der Direktbanken. Etwas speziell ist, dass die DKB nur eine VISA-Karte vergibt, aber keine Giro-Karte.

Bargeld erhält man mit der DKB VISA an allen Geldautomaten mit VISA-Zeichen weltweit.

N26

N26 ist eine Fintech Bank. die N26 wurde 2013 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, Bankdienstleistungen nur per Smartphone-App anzubieten, das heißt dass es weder Filialen noch eine „normale“ Webseite gibt. Inzwischen hat N26 über eine halbe Million Kunden, wobei ein Großteil jünger als 35 Jahre alt ist. N26 vergibt eine maestro Giro-Karte und eine Mastercard-Kreditkarte.

In Deutschland kostet das Geld abheben mit der maestro 2€ pro Abhebung.

Mit der Mastercard sind bis zu 5 Abhebungen kostenfrei.

Mit beiden Karten erhält man weltweit kostenlos Bargeld, sofern der Automat ein maestro oder Mastercard Logo hat.

Fazit

Wie man sehen konnte, bieten insbesondere die großen Direktbanken durchaus einen vergleichbaren Service wie Volksbanken und Sparkassen und sind im Ausland sogar oft besser aufgestellt. Das einzige was besser ist, ist der Bequemlichkeitsfaktor. Bei Sparkassen und Volksbanken kann man davon ausgehen, dass fast überall ein Automat verfügbar ist, während man sich bei den Direktbanken die Partner merken oder über die App einen passenden Automaten anzeigen lassen muss.

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.