Kontowechsel einfach und richtig machen

Die Deutschen sind bekannt dafür, dass sie ihrer Hausbank die Treue quasi bis zum Tode schwören. Das Niveau der Kontowechsel ist seit Jahrzehnten extrem niedrig und das obwohl viele Onlinebanken quasi im Dauerwerbemodus auf Neukundenjagd sind. Viele dieser Neukunden wechseln aber nicht abschließend, im Sinne von Schließen des alten Kontos, sondern nutzen es als Zweitkonto weiter.
Der Kontowechsel wird laut Umfragen als ähnlich riskant angesehen, wie der Wechsel des DSL-Anschlusses oder des Stromvertrags. Während es beim DSL tatsächlich zu monatelanger Nichterreichbarkeit kommen kann, ist diese Angst beim Stromvertrag vollkommen unbegründet, gibt es doch einen Grundversorger, der im worst case die Stromversorgung sicher stellt.

Gesetzliche Unterstützung – Die Kontowechselhilfe dnes Zahlungskontengesetzes

Durch das Zahlungskontengesetz sind Banken inzwischen verpflichtet, beim Kontowechsel zu unterstützen und keine Steine in den Weg zu legen. So ist die alte Bank verpflichtet der neuen Bank sämtliche Daueraufträge mitzuteilen, sowie wer regelmäßig Geld auf das Konto überweist ( zum Beispiel der Arbeitgeber). Auch erteilte Lastschriftmandate müssen übermittelt werden, so dass die neue Bank den Lastschrift-Einziehern die geänderten Bankdaten mitteilen kann. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es auch noch eine fixe Deadline, die Übermittlung muss innerhalb von 5 Geschäftstagen erfolgen.
Das neue Institut hat dann 5 Geschäftstage Zeit die Daueraufträge einzurichten und den Lastschriftmandat-Inhabern die neue Kontoverbindung mitzuteilen.

Der Girokontowechselprozess – einfacher als gedacht

Wie oben beschrieben, sind alle wichtigen Umstellungen und Benachrichtigungen inzwischen durch die Banken zu erledigen, so dass man den Prozess eigentlich nur beantragen und überwachen muss. Letztlich ist der Prozess  sehr intuitiv und wenig fehleranfällig.

  1. Ein Girokonto zu wechseln ist schnell erledigt. Kontoantrag ausfüllen, online oder auf dem Papierantrag, PostIdent oder VideoIdent durchführen und auf die Bestätigung warten. Auf dem Antrag den Kontowechselservice explizit mitbeantragen!
  2. Kontowechselservice aktivieren
  3. Auswertung prüfen und überlegen, wem zusätzlich die neuen Kontodaten mitgeteilt werden sollten. (z.B. dem Kumpel dem man gerade 10€ geliehen hat)
  4. Alte Kontodaten aus Unterlagen löschen und durch neue ersetzen

Darum lohnt sich der Kontowechsel

Übertragungsprämien durch die neue Hausbank sind bei vielen Onlinebanken üblich und sollen den Umstieg versüßen. Allein deswegen den ganzen Aufwand zu betreiben, lohnt sich aber in den wenigsten Fällen. Dauerhaft von Vorteil sind dagegen kostenlose Kontoführung, kostenlose Transaktionen oder für einige die Möglichkeit Google Pay oder Apple Pay nutzen zu können. Die Preis- und Leistungsverzeichnisse vieler Banken sind inzwischen dicker als der Brockhaus, während andere mit zwei Din A4 Seiten hinkommen.

Denn auch wenn ein Girokonto eigentlich eine total langweilige Sache ist, in letzter Zeit ist viel Bewegung in den Markt gekommen und mit schnell wachsenden Startups wie N26, expansiven Onlinebanken wie der ING oder der comdirect, ist der Markt preis-aggressiver geworden, was man sich als Verbraucher zu nutze machen sollte. Einige Banken erhöhen inzwischen nahezu jährlich die Gebühren, unter dem Vorwand der Niedrigzinsphase, während andere die neue Realität inzwischen akzeptiert und sich angepasst haben, die wegbrechenden Erträge anderweitig zu erwirtschaften.

 

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