Tagesgeld – Lohnt sich das noch?

antiker Aktenschrank

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Mit der Nullzinsphase ist in Deutschland der Anlagenotstand ausgebrochen. Tagesgeld- und Festgeldzinsen sind im freien Fall, insbesondere kurzlaufende deutsche Staatsanleihen liefern in vielen Fällen nur noch negative Rendite. Staatsanleihen anderer Länder mit hoher Bonität sind ebenfalls überkauft und in den seltensten Fällen attraktiv.

Wo sich Märkte verändern und klassische Mitspieler das Angebot nicht mehr befriedigen können, etablieren sich neue Anbieter. So auch im Fest- und Tagesgeld-Segment, wenn man so will, hat die Niedrigzinsphase zu einer Europäisierung der Bankenwelt in diesem Bereich geführt. Die europäische Einlagensicherung unter der Anlegergelder in der Regel bis 100.000,00 € pro Kunde und Finanzinstitut geschützt sind, macht es möglich, dass nicht nur deutsche Institute attraktiv sind für Tages- und Festgeldanlagen, sondern auch innereuropäische Banken.

Status quo

Die üblichen Tagesgeldzinsen bei deutschen Banken liegen aktuell bei 0,00% – 0,10% pro Jahr. Wer bereit ist eine ausländische Bank in Betracht zu ziehen, kann sich aktuell noch bis zu 0,75% pro Jahr aufs Tagesgeld sichern, das sind 7,5x bis „unendlich“ mal mehr Zinsen gegenüber einem deutschen Tagesgeldkonto bei Sparkasse, Volksbank oder ähnlichen Instituten. Wer sein Geld länger entbehren kann, für den ist eventuell ein Festgeld interessant. Hier sind immer noch bis zu 2,00% Zinsen pro Jahr möglich, bei einjähriger Anlage immerhin bis zu 1,30% pro Jahr. Die besten Zinsen findet man über Vergleichsportale im Internet, die übersichtlich anzeigen, wer aktuell wieviel Zinsen zahlt und vor allem welche Einlagensicherung gilt.

„Europäische“ Einlagensicherung

Die Einlagensicherung existiert in jedem EU-Land und wird von der Europäischen Union vorgeschrieben. Die jeweiligen Einlagensicherungsfonds sind allerdings pro Land getrennt, so dass es streng genommen keine europäische Einlagensicherung gibt, sondern jedes Land betreibt seine eigene Einlagensicherung.

Der Fonds springt ein, sollte eine Bank in dem jeweiligen Eu-Land bankrott gehen und seine Verpflichtungen nicht mehr bedienen können. So ist garantiert, dass jeder Sparer der Bank seine Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000,00 € zurückerhält, sofern diese auf einem Girokonto, Sparkonto, Tages- oder Festgeldkonto liegen. Diese Auszahlung muss innerhalb von 7 Tagen erfolgen.

Sollte es jedoch zu einer schweren Bankenkrise in einem Land kommen und mehrere Banken pleite gehen, ist es möglich, dass der Fonds nicht genug Geld bereitstellen kann und Sparer keine oder nur eine anteilige Erstattung bekommen.

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